Hobbybrauer Leergut und Flaschen reinigen

Bier selber zu brauen ist ein wundervolles Hobby. Jeder Brautag ist zwar ein gutes Stück Arbeit, aber es macht auch eine Menge Spass und am Ende hat man in der Regel ein Ergebnis, auf das man stolz sein kann. Eine Sache gehört zu diesem Hobby auch dazu, macht meist aber nur begrenzt Spass: Das Putzen! Um genau zu sein: Flaschen putzen!

Sauberes Leergut ist enorm wichtig und für ein gutes Selbstgebrautes eine notwendige Basis. Aber wie kommt man an Flaschen und wie macht man sie bzw. hält man Sie sauber?

Ich zeige euch auf, wie mein Prozess aussieht, mit dem ich seit Jahren gute Erfahrung gemacht habe.

Leergut sammeln und vorbereiten
Leere Flaschen, die sich für Selbstgebrautes eignen, kann man grundsätzlich neu in entsprechenden online Shops kaufen. Notwendig ist dies allerdings nicht. Leergut kann man einfach „selber produzieren“. Entscheidet euch für einen Flaschentyp und kauft die entsprechenden Menge im Getränkemarkt. Drei Merkmale sind dabei zu beachten:

  1. Verschlussart: Kronkorken oder Bügel
  2. Volumen: 0,3, 0,5 oder 1L
  3. Glasfarbe: braun, weiss oder grün

Eine Bierflasche sollte am besten braun sein, damit möglichst wenig Licht an die Flüssigkeit kommt. Was das Volumen angeht ist es im Grunde egal. Bedenkt aber bitte, dass kleine Falschen in der Regel mehr Arbeit machen und ihr – wenn ihr z.B. mal ein Bier verschenken wollt – mit 1L Flaschen direkt ordentlich Menge abgebt. Eine 0,5L Flasche ist daher oft die richtige Entscheidung. Für Anfänger sind Bügelflaschen geeignet und man sparrt sich am Anfang die Anschaffungskosten für einen Verkorker.

In einigen Getränkemärkten kann man Leergut kaufen. Ich würde immer dazu raten, befüllte Flaschen zu kaufen und sie selber zu leeren bzw. leer zu trinken. So stellt ihr sicher, dass ihr saubere Flaschen aus der Brauerei bekommt.

Flaschen reinigen und sauber halten
Hobbybrauer Flaschen reinigenIch bin kein Freund von Chemie und ich halte nichts von Reinigungsmitteln, um Flaschen zu putzen. Ich reinige meine Flaschen – seit Jahren – nur mit heissem Wasser und halte die Flaschen in einem sauberen Kreislauf. Dazu gehört ein wenig Disziplin, aber so sparrt man sich die Chemie. Mit heissem Wasser zu hantieren ist manchmal etwas anstrengend. Ich empfehle daher den Einsatz eines Edelstahltrichters (siehe Foto), der mir diesbezüglich immer verbrannte Finger erspart hat. Mein Prozess enthält insgesamt 5 einfache Schritte.

  1. Flaschen (mit Kaufbier oder Selbstgebrautem) werden nach jedem Ausschenken direkt mit warmem Wasser mehrmals gründlich ausgespült.
  2. Anschliessend kommen sie mit dem Kopf nach unten in einen leeren Bierkasten.
  3. Vor dem Abfüllen eines neuen Bieres werden die Flaschen zu etwa 1/4 mit heissem Wasser (>72° Grad) befüllt.
  4. Die Flaschen lasse ich so einige Minuten „ausdampfen“.
  5. Im Anschluss wird das heisse Wasser ausgegossen, das neue Bier abgefüllt und die Flaschen unmittelbar verschlossen.

Mit diesem Prozess halte ich meinen Bestand sauber und bisher gab es keinerlei Probleme.

Etiketten abziehen
Bleibt nur noch das Thema mit den Etiketten auf den Kaufbieren. Macht euch damit keinen Stress. Das beste Mittel gegen nervige Etiketten ist Geduld und (warmes) Wasser. Wie in den 5 Schritten beschrieben spült ihr die Flaschen nach dem Ausschenken aus (1). Damit das Etikett der Brauerei abgeht, legt ihr die Flasche einfach über Nacht in eine Schüssel mit Wasser. Am besten warmes Wasser. Am nächsten Tag sind die Etiketten runter. Spült die Flasche einmal warm aus und stellt sie dann wie unter (2) beschrieben mit dem Kopf nach unten in einen leeren Kasten. Mit euren eigenen Etiketten könnte ihr genauso verfahren.

Wenn ihr Fragen oder Anregungen habt, dann schreibt mir gerne einen Kommentar.

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Rückblick: Borefts Bier Festival 2016

Vor ein paar Tagen war ich in Bodegraven (NL) auf dem Borefts Bier Festival 2016. Das Festival wird jährlich von der Brauerei De Molen ausgerichtet. Dazu werden Brauereien aus der ganzen Welt eingeladen und an den Ständen kann man jede Menge exzellentes Bier probieren. Meine drei Highlights waren dieses Jahr der Tsarina Esra Bowmore BA IJsbock von De Molen, der Hunahpu Imperial Stout von Cigar City Brewing und das Fatamorgana DIPA von Omnipollo.

Hier ein paar Bilder von einem wirklich phantastischen Festival. Das Borefts 2017 werde ich mit definitiv im Kalender vormerken!

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Getestet: Brauen mit der Braumischung

Vor einiger Zeit hatte mir Lukas von Braumischung.de eine seiner Braumischungen geschickt. Vielen Dank, an dieser Stelle.🙂

Die Mischung lag einige Zeit bei mir im Keller und es fehlte die Zeit, um den Sud in die Tat umzusetzen. Lukas hatte mir eine Mischung Hallertauer Pale Ale für 20 Liter zugeschickt. Da ich seit diesem Jahr in der 40L Klasse unterwegs bin, passte die Mischung nicht ganz zu meinem Setup.

Kurzer Hand wurde die Mischung parallel zu einem Brautag in der Braukommune verbraut. Das Setup bestand aus:

  • Bielmeier Einkocher 30 Liter mit Hahn
  • Gär- und Läutereimer (30L) mit Plastik Siebboden
  • Filter von Amihopfen
  • Refraktometer

Der Rest ergab sich aus dem Equipment der Braukommune. Die Mischung Hallertauer Pale Ale bestand aus:

  • Pale Ale Malz (4,8kg)
  • Hopfen: Magnum, Comet und Mandarina (134g, 3 Tütchen)
  • Hefe US05 (1 Packung)

Ich lasse an dieser Stelle mal die Bilder sprechen. Dazu muss ich sagen, dass es echt nochmal richtig Bock gebracht hat, mit dem Einkocher in dieser Klasse einen Sud zu brauen. Der Bielmeier (den wir sonst nur für heisses Wasser nutzen!) hat einen prima Job gemacht. Das Läutern lief einfach entspannt und in knapp 5 Stunden waren 23 Liter mit 13,6 Plato im Eimer.

Die Braumischung ist für Einsteiger, die mit der Brauanleitung brauen eine prima Sache. Man muss sich um noch weniger kümmern und im Grunde nur Tütchen aufmachen und brauen. Alles ist schon abgewogen und man kann sich so auf den Prozess konzentrieren. Mittlerweile gibt es verschiedene Mischungen und so kann man als Anfänger erstmal ein paar entspannte Sude hinlegen.

Lukas gibt sich mit der Aufmachung des ganzen Produkts sehr viel Mühe und sogar die Etiketten sind wirklich toll gestaltet. Ich bin auf das Bierchen gespannt und kann Braumischung.de insgesamt wirklich nur empfehlen.

Gut Sud!

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