FAQ

Mich erreichen immer wieder Fragen von Anfängern rund um die Brauanleitung und ihre ersten Brauversuche. Fragen zu stellen ist richtig und wichtig! Die häufigsten Fragen habe ich hier zusammen gestellt und beantwortet:

1) Wie lange dauert die Gärung?
Dafür gibt es keine allgemeine Antwort! Jede Gärung verläuft anders und viele Faktoren haben einen Einfluss darauf. Wichtig ist, dass dein Bier vollständig ausgärt. Das kann 3 Tage dauern, oder 20 Tage. Die goldene Faustregel lautet: Ist der gemessene Wert über 3 Tage unverändert und konstant, dann ist die Gärung durch und es kann abgefüllt werden.

2) Warum fehlt die Jodprobe?
Da dem Rezept der Brauanleitung eine Kombirast von 90 Minuten zu Grunde liegt, ist eine Jodprobe schlicht – aus meiner Sicht – nicht notwendig. Ich habe mich dagegen entschieden, weil es dann eben auch Jod braucht (Nächste Frage: Wo bekomme ich das? Apotheke?). Es ist aber nichts gegen einzuwenden eine Jodprobe zu machen. Die Entscheidung liegt bei dir.

3) Brauche ich einen Würzekühler?
Nein. Das eingesetzte Material soll für den Anfänger möglichst gering bleiben. Daher empfehle ich in der Anleitung den Sud einfach (über Nacht) abkühlen zu lassen. Wer schon einen Würzekühler oder Plattenwärmetauscher hat, kann ihn natürlich gerne einsetzen.

4) Spindel oder Refraktometer? Was ist besser?
Beides ist ein gangbarer Weg und beides ist für den Anfänger grundsätzlich geeignet. Unterschied: Die Spindel misst Plato und das Refraktometer Brix. Zum umrechnen gibt es im Internet einige Seiten und auch kostenfrei Apps. Für den ersten Sud reicht eine Spindel, die als erste Investition auch günstiger ist.

5) Hohe Stammwürze – kann ich verdünnen?
Sollte die Stammwürze wesentlich höher sein, als in der Anleitung mit 12-14° Plato angegeben, dann kann mit abgekochtem Wasser verdünnt werden. Füge aber immer max. 0,5l-1l hinzu und messe dann erneut. Verdünne nur so lange, bis die Zielstammwürze erreicht ist.

6) Ist die Reifung im Kühlschrank notwendig?
Es ist nicht zwingend notwendig, dass dein Bier nach der Nachgärung im Kühlschrank bei 2-3° Grad reift, aber es sorgt für ein besseres Ergebnis. Wenn dir die Kapazität fehlt, dann kannst du die Flaschen auch nach und nach in den Kühlschrank stellen und den Reifezeitraum verkürzen.

7) Wo und wie kann ich Etiketten machen?
Hier sind deiner Kreativität keine Grenzen gesetzt! Es gibt einige freie Seiten im Internet mit Vorlagen. Ansonsten geht das auch mit jeder Testverarbeitung oder Präsentationssoftware. Normales Papier (80g) reicht. Klebeetiketten sind auch eine Variante. Ein Tipp: Überlege dir ein Etikett, dass auch gut wieder von den Flaschen ab geht. Weniger ist mehr! 🙂

8) Hopfenstopfen – wie geht das und was ist das?
Eins vorne weg: Man muss nicht den ersten Sud direkt stopfen! Nach ein paar Suden ist das aber ein sehr feiner Weg, um kräftig Aroma ins Bier zu bekommen. Für den Prozess gibt es verschiedene Ansätze und die Meinungen gehen stark auseinander. Als Anfänger würde ich Hopfenpellets in einem abgekochten Hopfensäckchen oder einem Teefilter nach Rückgang der Hochkräusen für ca. eine Woche in den Gäreimer hängen. Es ergibt Sinn, das Säckchen (zB. mit abgekochten Glasmurmeln) zu beschweren, damit die Pellets unter der Oberfläche hängen. Stopfen sollte man mit min. 2 Gramm pro Liter. Nach oben kann man variieren und entsprechend mehr stopfen oder verschiedene Sorten nutzen. Auch dies ist ein Thema, zu dem man im Internet und in der Literatur viele Infos findet.

9) Muss ich die Hefe rehydrieren?
Nein. In der Anleitung werden drei Sorten Hefe empfohlen, die nach dem Aufstreuen durchweg gute Ergebnisse liefern. Es ist für den Anfänger und für die ersten Sude nicht notwendig zu rehydrieren. Die Hefe zu rehydrieren ist aber nicht falsch und wer möchte, kann es auch gerne tun. Viele Infos dazu gibt es im Internet und in Fachbüchern.

10) Kann ich den Zucker weglassen?
Die Zugabe von Haushalts- oder Traubenzucker zur Nachgärung ist notwendig, damit später Kohlensäure im Bier ist und die Flasche beim Öffnen auch zischt. Ohne die Zugabe wird das Bier schal und lasch sein.

11) Wo finde ich weitere Rezepte?
Einfache Antwort: In Internet! Es gibt eine Vielzahl an Seiten und Portalen, die Rezepte (auch für Anfänger) bereit stellen. Oftmals sind die Rezepte für 20 Liter kalkuliert oder lassen sich entsprechend umrechnen. Viele Rezepte lassen sich anhand der Brauanleitung nachbrauen.

12) Muss ich die Flaschen während der Nachgärung entlüften?
Nein! Wenn das Bier vollständig ausgegoren ist und zur Nachgärung die entsprechende Menge Zucker gegeben wurde, ist eine Entlüften der Flaschen vollkommen unnötig.

13) Kann man die Mengen einfach halbieren, wenn man nur 10 Liter brauen möchte?
Ja, aber.. mit dem beschriebenen Equipment ist es wenig sinnvoll unterhalb von 20 Liter zu gehen. Gerade beim Läutern kann die fehlende Menge ein Problem sein. Unterhalb von 20 Liter empfehle ich, sich mit der „Brew in a Bag“ Methode zu beschäftigten.

14) Wieviel Liter muss der Nachguss sein?
Es braucht in Summe ca. 15l Nachguss. Diese Summe ist für eueren Prozess aber nur ein eher unwichtiger Hinweis. Sinnvoller ist es, die Nachgüsse so lange aufzutragen, bis euer Einkocher fast voll ist.

15) Woher bekomme ich leere Flaschen?
Am einfachsten produziert du dein Leergut selber.  Such dir eine passende Flasche aus und kauf die entsprechende Menge im Handel. Flaschen austrinken, ordentlich säubern, fertig. Du kannst auch Leergut in Getränkemärkten „ankaufen“. Teils sind diese Flaschen aber recht dreckig und häufig findet sich Schimmel am Boden. Man kann auch komplett neue Flaschen in Online-Shop kaufen. In der Regel ist dies aber recht teuer.

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